Der Umgang mit schwierigen Menschen

Vonhkiefer

Der Umgang mit schwierigen Menschen

Jeder hat schon mit schwierigen Menschen zu tun gehabt. Gerade denke ich darüber nach, wann auch ich einer von diesen gewesen bin. Die Selbstreflexion kann ja auch getrübt sein :-). Tatsächlich kann es sein dass wir von anderen als schwierige Menschen angesehen werden. Das muss nicht immer stimmen, wenn jedoch ein Körnchen Wahrheit dabei ist, schadet es nichts, die Begegnungen, die Situationen und Gespräche zu reflektieren.

Der Umgang mit schwierigen Menschen

Der Coach Holger Kiefer vom Umgang mit schwierigen Menschen

Jedoch wollen wir diese Thematik nicht verharmlosen, denn es gibt sie diese eitlen Pfauen, diese unerträglich Besserwisser, und die rücksichtslosen Tyrannen. Wir haben es hier eindeutig mit Menschen zu tun, welche Defizite in der sozialen Kompetenz haben. Dies ist bedauerlich für diese Menschen, sowie ihr Umfeld in der Familie, wie im Beruf. Im Einzelcoaching und in Workshops habe ich immer wieder erleben dürfen, wie sich Menschen dessen erstmals darüber bewusst geworden ist und welche Auswirkungen es auf sie selbst, wie auch auf die Familie, Mitarbeiter, Kollegen, etc. hat. Gerade in großen Multinationalen Unternehmen wird sehr genau darauf geachtet, welches soziale Verhalten ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin an den Tag legt. Und so manche Kündigung des Arbeitsverhältnisses, beruhte auf einem negativen Verhalten, Überheblichkeit, Intoleranz, Rücksichtslosigkeit.

Die Werte und das eigene Selbstbild, verbunden mit den richtigen Strategien, wird Ihnen helfen mit solchen Situationen in Zukunft besser umgehen zu können.

Zunächst werfen wir einen Blick darauf was für Eigenschaften schwierige Menschen dazu befähigen anderen das Leben schwer zu machen. Sie haben sich ein Verhalten angeeignet, welches sie arrogant wirken lässt, sie haben durch Erfahrung oder durch Schulung gelernt, wie sie ihr Gegenüber kleinmachen können, u. a. anderem durch eine trainierte Rhetorik, durch Floskeln und Killerphrasen. Es sind oftmals Menschen die sich in erste Linie für sich selbst interessieren. Bis jetzt sind wir noch bei den harmlosen. Aber es kann noch schlimmer kommen. Studien des US-Psychologen Keith Campbell von der University of Georgia zeigen. dass es eine Epidemie an Narzissten in unserer Gesellschaft – gekennzeichnet durch den Celebrity-Kult und selbstherrliche Darstellungen in sozialen Netzwerken gibt. Viele Narzissten verhielten sich ihren Mitmenschen gegenüber aggressiv und kränkend. Ich denke, spätestens hier wird eindeutig eine Grenze überschritten, eine Grenze die andere psychisch verletzt darf nicht toleriert werden.

Werfen wir einen Blick auf unsere eigenen Gefühle. Warum gehe ich nachfolgend ins Detail? Weil nur wenn wir hinter die Verhaltensmuster von anderen schauen und auch unsere eigenen erkennen, wird man sich erfolgreich behaupten können.  Daher die Frage, wann fühlen wir uns gekränkt? Es kann durchaus sein, dass wir uns in einer Situation gekränkt fühlen und ein anderer in der selben Situation diese mit einem leichten verwundert Sein abtut. Besonders übel genommen, wird unsoziales Verhalten, wenn man den Eindruck hat, dass ein anderer sie mit voller Absicht aus strategischen Gründen kränkt. Besonders häufig sind Verrat und Zurückweisung für gekränkte Gefühle verantwortlich. Besonders schlimm empfinden Menschen, wenn sich sich manipuliert und missbraucht fühlen. Auch wenn man plötzlich entdeckt, dass ein Mensch von dem man dachte, er respektiert mich, hat meine Integrität attackiert.

Um sich den Umgang mit schwierigen Menschen zu erleichtern, ist es sinnvoll sein Selbstwertgefühl in einer gesunden Balance zu halten, denn ein geringes Selbstwertgefühl führt zu einer größeren Gefahr, sich bei verbalen Attacken von Narzissten verletzt zu fühlen. Je stärker man sich gegenüber anderen besser abgrenzen und sich innerlich distanzieren kann, umso eher ist man stärker gegen Kränkungen gewappnet. In Einzel-Coaching trainiere ich das mit Klienten und gehe auf die Ursachen ein, die ein mangelndes Selbstwertgefühl als Grundlage haben, um diese aufzulösen, zu transformieren.

Lasse dich nicht manipulieren. Es gibt Menschen, die ihren eigenen Willen gegenüber anderen durchsetzen wollen, das hat jeder schon erlebt. Beispiele:

  • Alle anderen ernähren sich aber auch gesund, deshalb will ich, dass du darauf achtest
  • Ich kenne niemanden außer dir, der sich nicht gesund ernährt
  • Entweder du machst das, was ich dir sage, oder wir gehen getrennte Wege

Hier haben wir den Versuch, andere so zu manipulieren, dass den Wünschen des manipulierenden entsprechen. Wenn wir schon in der Kindheit und Jugend gelernt haben alles zu akzeptieren, alles so hinzunehmen, wie jemand anderes es wollte, dann wird es Zeit für ein Coaching mit mir.

Einen weitere Methode sind Verallgemeinerungen, die sehr oft in einer Beziehung auftreten. Beispiele:

  • Du kümmerst dich nie um etwas – das ist verantwortungslos
  • Du bist langweilig, faul, dumm

Die beiden Beispiele zeigen, dass aus einem einmaligen Versäumnis gleich eine Generalisierung, eine Verallgemeinerung gemacht wird und den Versuch einen Menschen abzuwerten.

Sehr gerne werden auch sogenannte Projektionen eingesetzt. Wer es durchschaut, bemerkt sofort, dass es sich um die negativen Gefühle oder um Minderwertigkeitskomplex, Angst vor Verlust etc. des anderen handelt, die der Mensch projiziert. Beispiel:

  • Ich denke, dass du mich nicht leiden kannst
  • Du liebst mich nicht mehr

Zweideutige Redewendungen oder widersprüchliche Botschaften können einen ebenfalls verunsichern. Dabei kann es sich vom Inhalt um gesprochene Worte, um Tonfall,  Gestik, Mimik oder Handlungen handeln. Da diese sehr oft vorkommen und zum Teil auch unbewusst, d.h. ohne böse Absicht aber dennoch mit Hintergedanken  eingesetzt werden, will ich näher darauf eingehen. Beispiele:

  • Auf die Frage: „Wie geht es dir?“ wird mit leidendem Gesichtsausdruck und weinerlicher Stimme geantwortet: „Mir geht es gut.“
  • Ein Kompliment oder eine Liebeserklärung mit versteinerter Miene und ausdrucksloser Stimme.
  • Die Aufforderung: „Komm her zu mir“ mit abweisender Mimik und zurückweisender Gestik (z. B. Stopp-Geste, verschränkte Arme).
  • Die Aufforderung einer Frau an ihren Ehemann: „Du könntest mich wirklich heute zu unserem Hochzeitstag mal wieder mit Blumen überraschen.“ (Widerspruch zwischen Aufforderung und überraschen).
  • Zum Partner: „Du darfst doch immer tun, was du willst, aber enttäusche mich nie (erfülle immer meine Erwartungen)!“
  • Der Vorgesetzte zum Angestellten: „Sie müssen sich nicht viel Arbeit mit dem Projekt machen, aber ich brauche von Ihnen eine perfekte Präsentation, die alle Kunden überzeugt.“
  • Ein Mann hat von seiner Freundin zu Weihnachten zwei Hemden geschenkt bekommen. Als er eines davon beim nächsten Treffen anzieht, stellt sie die Frage: „Das andere gefällt Dir wohl nicht?“
  • Ein gekränkter Mann sagt zu seiner Frau, die sich mit ihrer Freundin verabredet hat (mit unterdrückter Wut): „Mach dir ruhig einen schönen Abend und denk nicht an mich!“
  • Die Anweisung eines Chefs an den Abteilungsleiter: „Reformieren Sie grundlegend die Arbeitsstrukturen und die Organisation in der Abteilung, aber verändern Sie nichts in meiner Firma!“
  • Die Aufforderung: „Hilf mir, mit meinen Problemen fertig zu werden, aber misch dich nicht in meine Angelegenheiten und sag mir nicht, was zu tun ist!“
    Der oft zitierte Satz: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“

Wenn Du so etwas hörst, kann es sein dass Du nicht weißt, wie Du dich verhalten sollst. Deshalb ist es wichtig, was sich dahinter verbirgt zu verstehen, zu erkennen, dann wird man frei von Versuchen der Manipulation. Um zu verhindern, dass es bei dir Verwirrung, Unsicherheit, Stress verursacht schaue auf das was der Betreffende damit wirklich sagen und ausdrücken will und im Zweifelsfall frage direkt und ohne Umschweife nach, was mit der Zweck sein soll. Damit verhinderst Du, dass Du dich ins Unrecht setzen lässt. Denn sehr häufig ist es das Ziel dich zu kritisieren, abzuwerten, zu verunsichern und letztendlich zu schwächen. Begegne dieser Form der Kommunikation in in deinen partnerschaftlichen Beziehungen, um der Erzeugung bzw. Festigung von Machtstrukturen, und Abhängigkeiten entgegenzuwirken. Als Coach helfe ich gerne weiter, ebenso biete ich auch Seminare und Vorträge dazu an.

Kleine kurze Bemerkungen die einen zur Weißglut bringen können – kennst solche?

  • Analyse: „Wenn du das beachtet hättest …“
  • Kritik: „So ist das falsch, das macht man so …“
  • Interpretationen: „Du machst das, weil. …“
  • Wertungen: „Du bist klug, faul, du liegst richtig, falsch …“
  • Strafandrohungen: „Wenn du nicht sofort, dann …“

Anstatt innerlich vor Wut zu kochen, ist es besser, mit einer Antwort zu reagieren, die zeigt, das die Bemerkung nicht konstruktiv war. Beispiele dafür:

  • Stell dir vor, da wäre ich ohne dich nie darauf gekommen
  • Aus dem was ich falsch mache lerne ich
  • Du sagst das weil …?
  • Hast Du dir ein abschließendes Urteil gebildet?
  • Warum sagst Du das, erkläre es mir genauer

Gewöhne dir immer mehr an Angriff mit Entschiedenheit und Standfestigkeit zu antworten. Du bist nicht der Spielball von anderen. Man kann einen Vorwurf auch an den Absender zurückgeben. Beispiele:

  • Dir fehlt doch komplett der Überblick
    – Da sprichst du wohl aus Erfahrung?
  • Wie sieht es denn hier schon wieder aus, in diesem Chaos kann doch kein Mensch arbeiten
    – Ordnung ist für dich wohl das halbe Leben?

Wenn Du so reagierst, dann geht Du aus der Rolle der Rechtfertigung raus und übernimmst wieder selber das Ruder

Oder gebe dem anderen Recht, indem Du übertreibst:

  • Bei dir sieht es aber wüst aus
    – Ja genau, das brauche ich, um kreativ arbeiten zu können
    – Danke, gleichfalls, wenn es dir aufgefallen ist, dann bist du ja …

Abschließende Tipps:

  • Lass Dich nicht klein machen
  • Stehe aufrecht und nicht gebeugt
  • Schaue deinen Gegenüber mit einem Lächeln an
  • Nimm es mit Humor und zeige es dem anderen
  • nicht emotional zu reagieren, sondern ganz sachlich bleiben

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